Lieber Besucher
Hier stelle ich per Ende Januar 2009 monatlich ein sehenswertes Fotobuch vor. Wer sich für meine Rezension interessiert, kann den Newsletter, welcher einmal pro Monat verschickt wird, mit einem Klick auf den Button bestellen.
Das Fotobuch vom August 2010: Blickfang – Deutschlands beste Fotografen 2010

Zugegeben, ich wollte nicht schon wieder einen Sammelband vorstellen, doch der Titel des Buches erachtete ich aber als doch etwas gar dick aufgetragen. Beweise bitte! Ich nahm also diesen tonnenschweren Block, ackerte mich durch die 700 Seiten und setze mich mal mit den besten deutschen auseinander. Eigentlich eine recht einseitige Angelegenheit. Ich bemerkte nur Models und unbezahlbare Fortbewegungsmittel. Fast, denn ausserdem sah ich darin eine neue Inspirationsquelle in Sachen Lichtführung. "Gutes Buch", ging mir durch den Kopf. Ich bezahlte und ging.




Gekauft bei books.ch für CHF 75.00
Das Fotobuch vom Juli 2010: Thomas Hoeffgen - African Arenas

Denkt man im Jahr 2010 an Fussball in Afrika, so kommt den meisten wohl automatisch die Weltmeisterschaft in den Sinn. Doch wie auch hierzulande nicht alle Fussballer in der höchsten Liga spielen, gibt es in Afrika fernab vom Vuvuzela-Getröte eine Welt, in der mit viel bescheideneren Mitteln das Spiel ums runde Leder zelebriert wird. Frisch und abseits vom Merchandising-Wahn zeigt uns der Fotograf Thomas Hoeffgen Spielstätten, auf denen man viel eher eine UN-Hubschrauber beim Landen, als ein Fussballspiel erwartet. Auch in diesem Werk; Portraits, Landschaften, Architektur. 2 x 45 Minuten, los geht’s.


Gekauft bei books.ch für CHF 44.90
Das Fotobuch vom Juni 2010: Lürzer’s Archive Special – 200 best Ad Photographers Worldwide

Lürzer hat erneut die ihres Erachtens 200 weltweit besten Werbefotografen in einem Band zusammengebracht. Ehrlich gesagt, 75% ist „Chabis“, welcher wohl nur Photoshop-Nerds ansprechen wird. Der Rest ist schlichtweg genial und zeigt an zahlreichen Beispielen, auf welch hohen Nivea gute Werbung, fotografisch gesehen, sein könnte. Die Landschaftsbilder würden sich in einer 6 ½-Zimmer-Loft ebneso gut machen, wie die Portraits, welche sich fast alle auf Augenhöhe mit den Werken von Martin Schoeller bewegen. Feine Bearbeitung, sexy Lichtspiele. Ausser bei den Stills, diese blättere ich aber fast unbeachtet durch.



Gekauft bei luerzersarchive.net für £ 29.50
Das Fotobuch vom Mai 2010: Reportagealbum 01 - Contemporary German & International Documentary Photography

Was auf den ersten Blick aussieht wie ein “Kafirahmdeckelialbum”, entpuppt sich beim genauen Betrachten als Referenzprodukt zeitgemässer Reportagefotografie. In diesem Sammelwerk zeigen 100 Fotografen ihr Können und legen auch dar, dass die Grenzen zwischen Werbe- und Reportagefotografie auch schon klarer waren. Und gerade das macht es spannend. Wer bei Reportagefotografie an harte, schwere Bilder denkt, der werde eines Besseren belehrt, zugleich aber auch bestätigt. Vieles ist neu, das Gute bleibt gut.



Gekauft bei amazon,de für € 49.00
Das Fotobuch vom April 2010: Giorgia Fiorio - Rituale

Diesmal schlage ich zwei Fliegen auf einen Streich. Dieses Fotobuch liefert Stoff fürs Auge und fürs Hirn. Wer sich für Religiöse Rituale interessiert und nicht nur gerne Bilder anschaut, sondern auch das Dargestellte verstehen will, der ist mit diesem Werk bestens bedient. Von Vodoo bis Judentum, Taoismus bis Katholizismus, alles dabei und im Anhang mit interessanten Texten versehen. Spannende Eindrücke, manchmal brutal, manchmal nur einfach schön aber sicher immer fremd.


Gekauft bei books.ch für CHF 83.00
Das Fotobuch vom März 2010: Dan Winters- Periodical Photographs

Nur um das ideale Buch für diesen März-Newsletter zu finden, brauchte ich über eine Stunde. Heute schien es mir, als müssten tausende Bäume sterben, damit sich einige geistig verwirrte Künstler befriedigen können. Himmeltraurig! Genug dem Frust, ich habe dann doch noch ein Werk gefunden, für welches ich die Bäume eigenhändig gefällt hätte. Dan Winters zeigt uns hier einen Querschnitt durch sein Schaffen. Viele Portraits,einige technische Detailansichten sowie Landschaften, Tiere und Architektur. Wenn ich dann genug gesehen habe, stelle ich es ins Regal. Irgendwo zwischen Richard Avedon und Martin Schoeller, wo es auch hingehört. Auf Wiedersehen!


Gekauft bei books.ch für CHF 75.00
Das Fotobuch vom Februar 2010: Martin Parr - Last Resort

In jede Fotobuchsammlung gehört mindestens ein Werk von Martin Parr. Soviel vorweg. Die Neuauflage von Last Resort wäre, wenn nur eines des Künstlers in Frage kommt, genau das Richtige. Das Buch “liest” sich wie ein Horrorfilm über einen Badeort, an den wir uns freiwillig wohl nie näher als zehn Kilometer nähern würden. Dagegen ist der “Strämu” in Thun gerade ein Luxus Resort. Bleiche, rothaarige Briten pressen Ketchup über die Burger, Kinderwagen stehen neben Müllbergen, überfüllte Strände, einarmige Banditen, es “tschudderet” und fasziniert mich zugleich.


Gekauft bei books.ch für CHF 67.00
Das Fotobuch vom Januar 2010: Mark Laita – Created Equal

Neulich machte mir der amerikanische Fotograf Mark Laita in der Buchhandlung Krauthammer / Orell Füssli ein leichtes Spiel. Ich kam, sah, nahm und bezahlte. Seither füllt ein bezauberndes Werk die hässliche Lücke in meinem Büchergestell. Mit Created Equal ist dem Künstler ein Buch gelungen, das alleine schon von den einzelnen Aufnahmen leben könnte. Durch die Gegenüberstellung von Portraits die nicht gegensätzlicher sein könnten, jedoch verbindende Elemente aufweisen, setzt er doch noch glatt eins obendrauf. Feinste A3 Bilder, guter Druck, so muss ein Fotobuch sein. Danke.


Erhältich bei amazon.de für € 58.00
Das Fotobuch vom Dezember 2009: Taschen - The Polaroid Book

Sind wir doch mal ehrlich; es gibt nichts schöneres als das Geräusch einer alten Sofortbildkamera und das anschliessende gespannte warten auf das Ergebnis. Taschen hat die Vielfältigkeit der Polaroid-Fotografie nun zusammengetragen und einen feinen Bildband heraus gebracht. Wer denkt, es seien in diesem Buch lediglich standard Polas enthalten, der irrt sich. Ob schwarz/weiss-Negativaufnahmen, Grossbild, Mittelfortmat, alles drin. Schaut man sich zur Zeit um, so wird man feststellen, dass diese Fotografie eine art digitale low-budget-Renaissance erlebt. iPhone App inklusive.
Zur Abwechslung und als Ergänzung zum Buch, eine kleine Auswahl aus meiner Hand.


Gekauft bei amazon.de für € 42.00
PS: Für alle Fans, hier der Poladroid für Mac und PC.
Das Fotobuch vom November 2009: Søren Solkær Starbird - Closer

Søren Solkær Starbird, ein Mann mit einem Namen bei dem ich nicht mal weiss wie man diese Zeichen aus der Tastatur lockt, präsentiert mit Closer Portraits quer durch die weltweite Musiklandschaft. Er ist ein Meister des Lichtes und der Inszenierung ohne zu verfremden. Dies sieht man auf der Seite 176 sehr deutlich. Oasis im feinsten Licht frech aufgenommen und dem Herrn Liam Gallagher könnte man geradewegs eine in die.....so sei es. Wer zu Weihnachten ein Fotobuch schenken will und noch vor einer Entscheidung steht, dem sei sie hiermit abgenommen. Amen.

Gekauft bei books.ch für CHF 83.00
Das Fotobuch vom Oktober 2009: Frank Gaudlitz - Casa Mare

Inszenierte Portraitfotografie mit einer Sensibilität die seinesgleichen sucht. Für Casa Mare reiste der Fotograf durch das südliche und mittlere Osteuropa und portraitierte die Menschen in ihrer Festtagskleidung zuhause in deren Wohnzimmern. Beim Betrachten bleibt der Blick zuerst lange am Ausdruck der Menschen hängen, wandert dann auf den Hintergrund des Bildes und bleibt an den Heiligenbildern oder den vielen Stickereien, welche in Osteuropa offensichtlich sehr populär sind, haften. Eines wird klar: die IKEA-Pest hat sich in Osteuropa noch nicht gross verbreitet und die Teppiche wandern, je weiter man in den Osten geht, umso höher die Wände hinauf.


Gekauft bei amazon.de für € 35.00
Das Fotobuch vom September 2009: Magnum - Magnum

Wer kennt ihn nicht? Diesen Wälzer, der eine riesige Schneise in den Geldbeutel reisst und in der Buchhandlung doch immer wieder in die Hand genommen wird. Soll ich, soll ich nicht? Jetzt können alle! Denn die Neuauflage von „Magnum Magnum“ ist nun leicht verkleinert erhältlich und kostet nicht mehr als eine Runde Bier für neun Personen (Niveau Zürich). Was klingt wie eine gefährliche Faustfeuerwaffe, hat auch diese Durchschlagskraft: Der Magnum-Bildband macht die im Büchergestell noch vorhandenen Geschichtsbücher arbeitslos. Er lässt zum 60-jährigen Bestehen der renommiertesten Bildagentur der Welt die Vergangenheit nochmals Revue passieren. Meisterschüsse von Henri Cartier-Bresson bis René Burri, von Martin Parr bis Robert Capa, ein Must.


Gekauft bei amazon.de für € 29.80
Das Fotobuch vom August 2009: Richard Avedon - Portraits of Power

Oft kopiert, nie erreicht. Jeder kennt Avedon, vieles schon gesehen und dennoch immer wieder eine Wohltat. In diesem Portrait-Buch über Leute die im öffentlichen Diskurs stehen, sind verschiedene Projekte vom Fotografen wie z.B. die Bürgerrechtsdebatte in den Sechzigern, die Antikriegsbewegung sowie der Vietnamkrieg enthalten und reichen bis in die Zeit der amerikanischen Präsidentschaftswahlen 2004. Nebst den allbekannten Portraits vor weissem Hintergrund, sind weitere Aufnahmen im Reportagenstil zu sehen. Noch was: Auffällig an diesem Bildband ist die Krawattendichte.


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Das Fotobuch vom Juli 2009: Europäischer Architekturfotografie-Preis 2009 - Neue Heimat / New Homeland

Ich habe mir geschworen, nie ein Architekturbuch vorzustellen, schon gar keines eines Wettbewerbs. Doch dann leuchtete mich im Buchladen ein Exemplar an, ein Feuerwerk der Überraschungen. Das aktuelle Thema war Neue Heimat. Dies war wohl für einige Teilnehmer geradezu ein Steilpass um sich fotografisch auszutoben. Das Klassement spricht dann auch für die Innovativität dieses Preises. Der Sieger zeigt uns kunterbunte Lebensräume von Kleintieren, die in einer farblichen Umgebung leben, dass ein Regenbogen dagegen wie eine Abstufung von Grautönen wirkt. Weiter geht es mit präparierten Tieren im Museum, Zoolandschaften, Häusersiedlungen, e.t.c. Auch Neu Oerlikon kommt zum Zug, erscheint aber im Gegensatz zur Realität geradezu gemütlich. Der Inhalt sprengt alle architekturfotografischen Regeln ausser eine: Stürzende Linien gilt es zu vermeiden.


Gekauft bei books.ch für CHF 45.90
Das Fotobuch vom Mai und Juni 2009: Jonas Bendiksen - So leben wir

Nicht schon wieder Bendiksen! Doch! Ich muss diesen jungen Mann nochmals in den Himmel loben. Mit seinen Aufnahmen aus den Slums dieser Welt erzeugt er eine fast schon wundervoll feine Stimmung. Klappt man die Seiten auf, entstehen 360° Ansichten, die das Klischee der Dreckshütten in den Ghettos korrigieren. Bendiksen gelingt ein Brückenschlag zwischen unserer Wohlstandswelt und jener der Glücklosen, die aber dennoch beschwingt durch seine Bilder wandern. Dies alles ohne je voyeuristisch zu sein oder wertend zu wirken. Zwischen den Bildern liest man Geschichten der Bewohner, Geschichten über ihre Ängste und ihre Träume, die das Werk abrunden. Mein Mund ist offen, meine Augen sind aufgerissen, und mein Kopf ist voll mit Bildern, die bleiben werden.


Gekauft bei books.ch für CHF 49.90
Das Fotobuch vom April 2009: Babel

Auch ein Blick über den Tellerrand der Fotografie und wieder zurück erfrischt: Der im Taschen-Verlag erschienene Bildband über den Film Babel, zeigt vielfältig die drei Drehorte, die Stimmungen und die Menschen des Filmes. Dank unterschiedlichen Bildsprachen von vier hochklassigen Fotografen und Fotografinnen, was auch gut zum Kontext des Filmes passt, entsteht nie Langeweile. Wer den Film gesehen hat und ihn mochte, kann den enthaltenen Ausführungen noch weitere Informationen entnehmen, für alle anderen ist es eine Art Kino, reduziert auf das Standbild und ohne Ton.


Gekauft bei taschen.com für € 29.99
Das Fotobuch vom März 2009: Gregory Crewdson - Beneath the roses

Beneath the roses, dieser Buchtitel sagt alles. Der Fotograf Gregory Crewdson schickt uns in diesem Buch auf eine aufwändig inszenierte Reise unter die Haut des amerikanischen Alltages. Das Rezept für diese Aufnahmen: Man nehme eine Prise Tristesse, einen Löffel Erotik, eine Handvoll Hollywood, mische dies mit dramatischem Licht und giesse das Ganze über eine amerikanische Bilderbuchvorstadt oder bereite es in der freien Natur zu. Falls beides nicht zur Verfügung steht, reicht auch eine Wohnung aus. Et voilà; das Resultat ist ein atemberaubendes Buch für Feinschmecker, das auch nach mehrmaligem Betrachten immer wieder begeistert. Bon appétit.


Gekauft bei amazon.de für € 58.00
Das Fotobuch vom Februar 2009: Drive-By Shootings: Photographs by a New York Taxi Driver

Wer bei Drive-By-Shootings an Knarren und Autos denkt, liegt nur zu 50% richtig. David Bradfotd schmiss seinen gut bezahlten Job, um in New York Taxi zu fahren und machte etwas, das manchem Polizisten den Donut im Hals stecken liesse: Er fotografiert aus seinem fahrenden Taxi heraus und dies auf eine Weise, die den Abdruck der Aufnahmen in einem Bildband völlig rechtfertigt. Drive-By-Shooting zeigt skurrile Ansichten dieser vielseitigen Metropole, so dass jeder hochglanz NY-Bildband wie eine aufgebrezelte Tussi mit künstlichen Fingernägeln aussieht. Für New York Fans und schwarz/weiss-Liebhaber ein Muss.


Gekauft bei amazon.de für € 7.00
Das Fotobuch vom Januar 2009: Jonas Bendiksen - Satellites

Blättert man in diesem Buch, bekommt man das Gefühl, Tschernobyl habe sich auf alle Staaten der früheren Sowjetunion ausgewirkt. Der junge Magnum-Fotograf Jonas Bendiksen hat diese Länder bereist und ist mit eindrücklichen Bildern aus abtrünnigen Regionen und vergessen Gebieten zurück gekehrt. Mit Bildern von abgestürztem Weltraumschrott und von Menschen, die in diesen Gegenden leben. So begeistert er Sowjetnostalgiker ebenso wie die Liebhaber satter Reportagen.


Tausendmal totgesagte Reportagefotografie der Extraklasse, zusammengefasst in einem schlicht gestalteten Buch.
Bei amazon.de für € 20.—
